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Schritt für Schritt: Heizungstausch

Wird eine neue Heizungsanlage benötigt, bedeutet das weit mehr als bloß eine teure Anschaffung. Als zentraler Bestandteil einer Immobilie müssen beim Heizungstausch konkrete Schritte eingehalten werden.

Auch ein Heizungsleben findet irgendwann einmal ein Ende. Der dann bevorstehende Heizungstausch wirft für die Hausbesitzer einige wichtige Fragen auf: Wie dringend ist der Austausch? Welche Technik soll zum Einsatz kommen? Wie hoch ist das Budget für den Wechsel?

In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir die wichtigsten Einzelheiten und drängendsten Fragen zum Thema Heizungstausch.

Schritt 1: Das Ende der alten Heizung

Handlungsbedarf im Hinblick auf den Austausch der Heizung kann aus verschiedenen Gründen bestehen. Kurzfristige Maßnahmen müssen beispielsweise in akuten Notfällen ergriffen werden:

  • Es trat ein Schaden auf, dessen Reparaturkosten in keinem Verhältnis zu Restwert bzw. -lebenszeit stehen.
  • Es trat ein Schaden auf und das benötigte Ersatzteil ist schlicht nicht mehr zu bekommen.

In anderen Fällen bleibt etwas mehr Zeit, um sich über die folgenden Schritte seine Gedanken zu machen und den Heizungstausch vorzubereiten:

  • Sie verbraucht weitaus mehr Energie, als für die benötigte Beheizung notwendig wäre, ist also unwirtschaftlich (geworden).
  • Die Anlage hat 30 Lebensjahre absolviert und fällt somit unter die Austauschpflichten der Energieeinsparverordnung (dann bleibt sogar eine Frist von bis zu zwei Jahren für den Tausch).

Unabhängig von den konkreten Gründen ist der Heizungstausch also meistens eine Frage der Notwendigkeit. Die anfallenden Kosten verhindern es vielfach, dass eine Heizung ausgetauscht wird, bevor eines der beschriebenen Szenarien eintritt.

Schritt 2: Budgetplanung

Es gibt einige verschiedene Heiztechniken, bei denen etwa unterschiedliche Energieträger eingesetzt werden. Wärme mit zeitgenössisch niedrigem Energieverbrauch und Abgasausstoß liefern sie alle. Doch die Preise unterscheiden sich teils dramatisch.

Für eine Gasheizung, als günstigster Vertreter, beginnen die Gesamtkosten samt Montage bei rund 6.000 Euro. Doch schon hier können teurere Modelle leicht fünfstellige Summen kosten – bei anderen Techniken ist das die Untergrenze.

Bevor man tiefer in die technische Seite eintaucht, sollte man zunächst sein Budget festlegen und gleichzeitig die Frage klären, ob ein Kredit vonnöten ist.

Zudem sollte man nicht vergessen, dass es sowohl von KfW wie BAFA Förderungsprogramme gibt, die sich häufig im Bereich einiger tausend Euro bewegen; das gilt selbst für Fossilbrennstoff-Heizungen.

Ein wichtiger Faktor bleibt außerdem, wie sich die Anschaffungskosten zu den Ausgaben für den Betrieb der Heizung verhalten.

Wenn die neue Heizung günstig zu bekommen war, in der Folge aber hohe Kosten beim Heizen verursacht, relativieren sich die Ersparnisse schnell wieder. Umgekehrt helfen teurere, aber effizientere Heizungsanlagen dabei, langfristig Geld zu sparen.

Schritt 3: Einbeziehung der Gegebenheiten im Haus

Nicht jede Heizungs-Bauform ist für jedes Haus in jeder Region geeignet. Insbesondere, wenn man den Austausch zum Anlass nehmen möchte, auch das Heizungsprinzip zu wechseln, müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Dürfen/Müssen die alten Heizkörper bestehen bleiben?

Wärmepumpen etwa arbeiten mit einem besseren Wirkungsgrad, wenn sie mit einer Fußbodenheizung verbunden werden.

  • Welche Fläche mit wie vielen Bewohnern ist zu beheizen?
  • Wie viel Platz ist für das Gesamtsystem vorhanden?
  • Gibt es lokale Kriterien, die eine Technik ausschließen?

Dazu gehört etwa ein fehlender Gasanschluss oder nicht genügend Grundstücksfläche.

  • Wie ist es um die Energetik des Hauses bestellt?

Ein Gebäude mit schlechten Dämmwerten würde vielleicht eine Technik unrentabel machen.

Um diese Faktoren seriös bewerten zu lassen, sollte die Unterstützung eines Fachmannes gesucht werden. Das kann der Schornsteinfeger sein, dazu Energieberater und Heizungsinstallateure.

Schritt 4: Die Technik kennenlernen

Früher war die Wahl für den Heizungstausch recht simpel. Doch wie bereits angesprochen, existieren heute viele Techniken, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Bau-/FunktionsweiseVorteileNachteilePreis-niveau
Brennstoffzellenheizung

 

 

Wandelt Erdgas zu Wasserstoff um, der mit Luftsauerstoff in einer Knallgasreaktion Wärme freisetzt.

4   Energetisch hocheffizient

 

4   Erzeugt eigenen Strom

4   Sehr wartungsarm

4   Sehr teuer

 

4   Nur bei hohem Verbrauch wirtschaftlich

4   Abhängig vom Gaspreis

*****
Blockheizkraftwerk

 

 

Verbrennt Gas und erzeugt damit sowohl Wärme als auch Strom.

4   Energetisch hocheffizient

 

4   Erzeugt eigenen Strom

4   Nur bei hohem Verbrauch wirtschaftlich

 

4   Sehr teuer

4   Abhängig vom Gaspreis

*****
Gasheizung

 

 

Verbrennt Gas und erzeugt damit Wärme.

4   Simpel & ausgereift

 

4   Kostengünstige Anschaffung

4   Hohe Variantenvielfalt

 

4   Abhängig vom Gaspreis

 

4   Könnte zukünftig verboten werden

4   Fällt unter Austauschpflichten

**
Hackschnitzelheizung

 

 

Verbrennt zerhäckseltes Abfallholz und erzeugt damit Wärme.

4   Rohstoff wächst nach

 

4   Hohe Wahlfreiheit beim Brennstoff

4   Kann automatisiert beschickt werden

4   Brennstoff lagert zu Hause

 

4   Benötigt einen Lagerraum

 

4   Asche muss manuell entleert werden

4   Je nach Region stark unterschiedliche Unterhaltskosten

****
Pelletheizung

 

 

Verbrennt Holzpellets (= verpresste Holzabfälle) und erzeugt damit Wärme.

4   Rohstoff wächst nach

 

4   Wird automatisiert beschickt

4   Brennstoff lagert zuhause

 

4   Benötigt einen Lagerraum

 

4   Asche muss manuell entleert werden

4   Je nach Region stark unterschiedliche Unterhaltskosten

****
Ölheizung

 

 

Verbrennt Heizöl und erzeugt damit Wärme.

4   Brennstoff lagert zuhause

 

 

4   Könnte künftig verboten werden

 

4   Fällt unter Austauschpflichten

4   Abhängig vom Ölpreis

4   Benötigt einen Lagerraum

***
Scheitholzheizung

 

 

Verbrennt massive Holzscheite und erzeugt damit Wärme.

4   Rohstoff wächst nach

 

4   Brennstoff lagert zuhause

4   Hohe Wahlfreiheit beim Brennstoff

 

4   Benötigt einen Lagerraum

 

4   Muss manuell beschickt werden

4   Asche muss manuell entleert werden

4   Je nach Region stark unterschiedliche Unterhaltskosten

***
Solarthermie

 

 

Sonnenenergie erwärmt ein Wasser-Sole-Gemisch in Zellen auf dem Dach.

4   Kaum externer Energiebedarf

 

4   Keinerlei Brennstoffkosten

4   Umwelttechnisch perfekt

4   Technisch höchst simpel

 

 

4   Haus muss abschattungsfrei sein

 

4   Große Dachflächen notwendig

4   Oft nur als Zusatzheizung geeignet

4   Benötigt teils neuen Dachstuhl (Traglast)

***
Wärmepumpe Erde

 

 

Entzieht dem Erdreich Wärme und gibt sie ins Haus ab.

4   Energetisch hocheffizient

 

4   Recht geringe Stromkosten (oft Sondertarife)

4   Benötigt entweder großes Grundstück oder Tiefbohrarbeiten****
Wärmepumpe Luft

 

 

Entzieht der Luft Wärme und gibt sie ins Haus ab.

4   Keine Erschließungsarbeiten nötig

 

4   Energetisch hocheffizient

4   Recht geringe Stromkosten (oft Sondertarife)

4   Ineffizienteste aller Wärmepumpen

 

4   Benötigt bei sehr niedrigen Temperaturen eine Zusatzheizung

***
Wärmepumpe Wasser

 

 

Entzieht dem Grundwasser Wärme und gibt sie ins Haus ab.

4   Energetisch hocheffizient

 

4   Recht geringe Stromkosten (oft Sondertarife)

4   Benötigt zwingend Bohrarbeiten

 

4   Regional teilweise nicht möglich

 

****

„Die“ richtige Heizung gibt es nicht. Vor allem in Abhängigkeit der im dritten Schritt genannten Kriterien gibt es vieles, was im einzelnen Haus besser oder schlechter funktioniert. Zudem kann es auch sinnvoll sein, zu kombinieren – etwa Brennstoffzelle mit Photovoltaik oder eine Gasheizung mit Solarthermie.

Auch hierfür sollte man sich mit einem Experten zusammensetzen, der die örtlichen Gegebenheiten und die Voraussetzungen im Haus bewertet.

 

 

 

Schritt 5: Das Modell und den Fachbetrieb wählen

Ist eine passende Technik für die neue Heizungsanlage gefunden, kann die Entscheidungsfindung konkreter werden. Dazu braucht man die benötigten Leistungs- und Eckdaten vom Fachmann.

Bei einigen Heizungstechniken wird man nicht lange suchen müssen, dort ist die Vielfalt (noch) klein und für Heizungen eines Leistungsbereichs gibt es nur wenige Modelle.

Anders bei den etablierten Techniken, insbesondere Luft-Wärmepumpen sowie Gas- und Ölheizungen. Hier wird man viele verschiedene Anbieter und Modelle finden.

Das Internet ist – wie so oft – eine gute erste Anlaufstelle. Neben den Herstellerseiten können beispielsweise auch einschlägige Foren für das Bauen und Sanieren wertvolle Eindrücke und Informationen für den Kauf liefern.

Ist das getan, erfolgt die Auswahl eines Fachbetriebs für den Ausbau der alten Heizungsanlage und die Installation der neuen. Dann lässt man sich einen Kostenvoranschlag erstellen, der auch im Hinblick auf mögliche Fördergelder wichtig ist.

Schritt 6: Etwaige Genehmigungen einholen

Sofern man sich für Erd-Wärmepumpen mit Tiefenkollektor oder Grundwasser-Wärmepumpen entschieden hat oder wenn das Haus in einem Wasserschutzgebiet steht, wird man vor Auftragsvergabe eine Installationsgenehmigung einholen müssen.

Hier gibt es leider keine pauschalen Antworten, da die Landesgesetze sich teils gravierend unterscheiden.

Im Zweifelsfall ist das Rathaus der erste Ansprechpartner, da es die lokalen Verhältnisse kennt und deshalb zielgerichtet an die eigentlich zuständigen Behörden verweisen kann.

Schritt 7: Kredit und Förderungen beantragen

Jetzt, wo alle Vorarbeiten erledigt sind, wird es Zeit, sich um die notwendigen externen Gelder zu bemühen. Was die Reihenfolge anbelangt, sollte man mit den Förderungen beginnen.

Die Bezuschussungen decken nämlich häufig nur einen prozentualen Anteil an den gesamten Anschaffungskosten ab. Für die Antragstellung braucht es mindestens einen Kostenvoranschlag oder einen Rechnungsbeleg, manchmal werden weitere Unterlagen gefordert.

Hat man dann nicht nur grünes Licht für die Förderung, sondern auch eine genaue Summe, kann man den Kredit beantragen und auf sein Konto einzahlen lassen.

Schritt 8: Grünes Licht

Nun beginnt die heiße Phase: Man erteilt dem Fachbetrieb des Vertrauens den Auftrag für den Heizungstausch. Am einfachsten ist es, über diesen auch gleich die Heizung beschaffen zu lassen. Unter Umständen bringt das sogar noch eine Ersparnis im Vergleich zum Kauf beim Hersteller.

Der ideale Zeitraum für den Austausch liegt zwischen dem späten Frühjahr und dem Sommer.

Die Betriebe haben dann für gewöhnlich weniger zu tun, daher sollte der Auftrag zügig erledigt werden. Außerdem besteht keine Dringlichkeit, die Heizung sofort wieder in Betrieb nehmen zu müssen.

In Notfällen sind derlei Überlegungen natürlich hinfällig, dann bleibt im ungünstigsten Fall nichts anderes übrig, als auf schnelle Abhilfe durch die Fachleute zu hoffen.

Schritt 9: Sich alles genau erklären lassen

Die Heizung, die man bislang verwendete und die, die jetzt im Haus bzw. auf dem Grundstück arbeitet, unterscheiden sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ganz erheblich voneinander – selbst wenn man beim neuen Modell auf die gleiche Technik gesetzt hat.

Das liegt vor allem daran, dass das Entwicklungstempo im Heizungsbereich sehr hoch ist. Wer etwa aus Gesetzesgründen sein 30 Jahre altes Gerät tauschen lassen musste, wird es mit einem in jeder Hinsicht neuen Apparat zu tun haben.

  • Oft sind die Bedienweisen völlig anders. Beispielsweise muss die Temperatur meist nur noch am Gerät voreingestellt werden, ohne dass an den Heizkörpern nachreguliert werden muss.
  • Teilweise benötigt die Technik auch anderes Verhalten, etwa anderes Lüften.

Aus diesem Grund sollte man sich vom Installateur eine sehr genaue Einführung geben lassen und gerade in den ersten Monaten die Bedienungsanleitung nicht zu weit weglegen.

Macht man dann alles richtig, darf man sich freuen: Zwar hat man einige tausend Euro bezahlen müssen.

Dafür hat man aber nun die Gewissheit, mit jedem Heiztag Geld zu sparen, der Umwelt etwas Gutes zu tun und einige Jahre Ruhe vor Reparaturen und Gesetzesänderungen zu haben.