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Offener Grundriss: Vorteile und Nachteile des Bautrends

Das Eigenheim hat vier Wände und ein Dach. Für Licht im Innenraum sorgen Fenster, der Grundriss wird durch Innenwände in verschiedene Räume unterteilt. So sieht das klassische Bild einer Immobilie aus. Gerade im Bereich der Fertighäuser ein verbreitetes Konzept.

Moderne Raumnutzungskonzepte gehen inzwischen in eine ganz andere Richtung. Offene Grundrisse haben sich anfangs vorrangig im Bau individuell gestalteter Architektenhäuser etabliert. Inzwischen schwappt dieser Trend auch in Richtung der Fertigteilhäuser.

Was heißt offener Grundriss eigentlich? Sie kennen das Konzept bereits aus dem Bereich der Gewerbeimmobilien. Ganze Etagen werden hier komplett ohne Wände als Raumteile gebaut. Büros trennen nur noch Glasfronten. Diese offene Bauweise sorgt für ein deutlich weiter wirkendes Raumgefühl. Gleichzeitig entstehen damit lichtdurchflutete Räume.

Aber: Bevor Sie als Eigentümer davon träumen, die Immobilie entsprechend auszubauen: Offene Grundrisse bringen in der Planung und Umsetzung gewisse Herausforderungen mit sich. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und worauf Sie letztlich achten sollten.

Was bedeutet ein offener Grundriss?

Klassische Wohnkonzepte sehen so aus, dass ein Grundriss durch allumfassende Wände in kleinere Bereiche geteilt wird. In einem Erdgeschoss entstehen auf diese Weise sehr klassische Raumaufteilungen – bestehend aus:

  • Eingangsbereich
  • Gäste WC
  • Küche
  • Wohnzimmer und
  • Ankleide.

Treppen führen Sie als Bewohner in die darüberliegende Etage und den Keller. Solche Grundrisse werden als funktional erachtet und sind im modernen Wohnungsbau immer noch der Standard. Neben der Ordnungskomponente – das Einteilen des von den Außenwänden umfassten Wohnraums in kleinere funktionale Einheiten – erfüllen einige Wände wichtige Funktionen.

Sie sind tragende Elemente und damit Teil der allgemeinen Standsicherheit des Hauses. Seit einigen Jahren verändert sich allerdings das Wohnkonzept. Mehr und mehr Bauherren setzen heute jedoch auf den offenen Grundriss.

Hier wird sich von der klassischen, durch den Architekten oder Bauträger vorgegebenen Raumaufteilung gelöst. Sie können Ihr Eigenheim als Raumwunder planen und ganze Etagen als offenes Wohnkonzept vorgeben. Statt tragender Wände, welche das Volumen zerteilen, wird auf Schwerlastbalken gesetzt. Auf diese Weise lassen sich auch Eigenheime als offener Grundriss mit mehreren Geschossen planen.

Vertikale und horizontale Offenheit

Offene Grundrisse denken viele Bauherren zuerst in die Horizontale. Durch das Fehlen der Zwischenwände entstehen neue Raumnutzungsideen. So verschmelzen:

  • Wohnzimmer
  • Küche
  • Essbereich

in diesem Konzept zu einer neuen Einheit. Durch Spezialverglasung wird der Eindruck von Leichtigkeit und Weite zusätzlich unterstützt. Das offene Konzept erhält so noch mehr Raum und Volumen. Mit dem Verzicht auf Zwischenwände geht ein Gewinn an nutzbarer Fläche einher. Zudem lassen sich klassische Wohnaccessoires in ihrer Funktion vollkommen neu definieren. Dies gilt für einen Fernseher oder Kamin genauso wie für den Paravent.

Diese Form der offenen und freien Gestaltung begrenzt sich nicht durch Wände. Stattdessen wird auf Wechsel von Material, Lichteffekte oder unterschiedliche Bodenbeläge gesetzt. Offene Grundrisse und Raumgestaltungen beschränken sich nicht auf horizontale Nutzungskonzepte. Sie können diese Idee auch in die Vertikale entwickeln. Umlaufende Galerien lassen das Gefühl eines Lofts entstehen und öffnen der Raum in alle Richtungen.

Mit solchen Möglichkeiten ist der offene Grundriss ein Konzept, das auf Individualität setzt. Wer sich ernsthaft mit diesem Ansatz beschäftigt, stellt die eigenen Ideen in den Mittelpunkt. Die exakte Planung übernimmt am Ende der Architekt, der die Ideen in ein Wohnkonzept überführt und baulich handhabbar macht.

Vorteile eines offenen Grundrisses

Mit der Entscheidung für einen offenen Grundriss setzen Sie auf ein modernes Wohnkonzept. Natürlich liegt Ihrer Entscheidung die Überzeugung zugrunde, von den Vorteilen dieser Bauform zu profitieren. Durch das offene Raumkonzept steht Ihnen deutlich mehr Wohnraum zur Verfügung. Das Fehlen der Wände macht sich an dieser Stelle positiv. Ihnen steht mehr Raum zur Verfügung. Jede Wand, mit welcher die Wohnfläche in klassischen Raumnutzungskonzepten geteilt wird, nimmt Ihnen Platz weg. Was spricht noch für den offenen Grundriss?

1. Raumgefühl: Eine ganz neue Erfahrung bei einem offenen Grundriss

Das Fehlen der Wände öffnet den Raum nicht nur auf dem Papier. Sobald Sie das Haus betreten, fühlt sich der Grundriss sehr viel angenehmer an. Dank fließender Grenzen öffnet sich das Eigenheim förmlich. Es entsteht der Eindruck von Weite, der sich so in klassischen Raumkonzepten nicht umsetzen lässt.

2. Überall Tageslicht: Helle Wohnungen verbessern die Stimmung

Licht beeinflusst unsere Stimmung nachhaltig. Zunehmend mehr Bauherren legen Wert darauf, dass in den eigenen vier Wänden Beleuchtungskonzepte umgesetzt werden, mit denen möglichst lichtdurchflutete Räume entstehen. Der offene Grundriss spielt hier eine seiner Stärken aus. Dank der fehlenden Wände und großzügigen Verglasung entstehen lichtdurchflutete Wohnräume.

3. Neue Gestaltungsmöglichkeiten: der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt

Durch den offenen Grundriss bieten sich Ihnen völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Sie können den umbauten Raum vollkommen anders nutzen als es bisher der Fall war. Hierdurch ergeben sich neue Designansätze, die Sie in mehrere Ebenen „denken“ können. Gerade für Immobilien mit mehreren Etagen bietet sich die Chance, auch in die Vertikale zu denken und ein ganz neues Wohngefühl zu schaffen.

4. Vielschichtige Raumwirkung: Für Fans ein Hochgenuss

Auf den ersten Blick wirkt der offene Grundriss wie eine riesige Halle. Bei dem einen oder anderen Betrachter löst das Ganze eher Unbehagen aus. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich hier ganz unterschiedliche Zonen schaffen lassen. Ruhezonen wechseln sich mit Arbeitsbereichen ab, die wiederum von Gemeinschaftszonen durchbrochen werden.

Offene Grundrisse leben von der Bereitschaft, sich auf Neuinterpretationen einzulassen und klassische Raumstrukturen aufzubrechen. Dieser Grundsatz zieht nach sich, dass Grenzen verwischen und Nutzungszonen ineinander übergehen. Ein Aspekt, welche vom Bauherrn eine gewisse Offenheit voraussetzt.

Nachteile von offenen Grundrissen

Mit offenen Grundrissen ergeben sich Vorteile, die in Ihre Überlegungen eine Rolle spielen. Hinsichtlich der Planung dürfen Sie Nachteile nicht unberücksichtigt lassen. Mit der offenen Raumnutzung geht in einigen Lebensbereichen ein Verlust an Intimität einher, der nicht unbedingt erwünscht ist. Das beste Beispiel ist das Badezimmer. Niemand wird sich von Gästen bei der Morgentoilette zusehen lassen.

  • Problem Geruch: Eine räumliche Trennung einzelner Lebens- und Alltagsbereiche voneinander verfolgt nicht nur gewachsene Traditionen. Mitunter geht es um ganz praktische Aspekte. Gerüche sind in der Küche an der Tagesordnung. Bei einem offenen Grundriss fehlt es an Barrieren, welche eine geruchliche Abgrenzung einzelner Lebensbereiche ermöglichen. Dies kann schonmal störend wirken. Aus diesem Grund benötigen Sie in der Küche eine gute Lüftungsmöglichkeit.
  • Problem Lärm: Offene Raumnutzungskonzepte fördern den sozialen Aspekt. Allerdings wird es mit dieser Raumnutzungsidee schwierig, Ruhe- und Rückzugszonen zu schaffen. Gerade in einer Familie mit Kindern genießen Sie die Ruhe, wenn der Nachwuchs sich ins Kinderzimmer zurückzieht. Im offenen Grundriss wird es schwierig, diese Grenze auch räumlich zu ziehen. Wenn Sie auf Mischformen mit abgeschlossenen Bereichen setzen, ergibt sich dieses Problem jedoch nicht.
  • Planungs- und Baukosten: Offene Grundrisse sind kein Standard. Entsprechend individuell fällt der Planungsaufwand aus. Außerdem dürfen Sie an dieser Stelle nicht vergessen, dass trotzdem eine umfassende Standsicherheit und Statik gewährleistet sein muss. Um das Raumkonzept zu realisieren, greifen Sie schnell zu aufwendigen – und damit auch teuren – Lösungen. Immer mehr Architekten bieten diese Möglichkeit, kosten jedoch auch Geld.
  • Energieeffizienz: Offene Grundrisse gehen auch hinsichtlich der Außenwände mit neuen Ideen einher. Sehr stark wird von Architekten auf Glasfronten gesetzt – selbst im Wohnbereich. Hierdurch ergeben sich natürlich gewisse Schwierigkeiten die Energieeffizienz betreffend. Dieses Problem wird noch einmal durch die Tatsache verschärft, dass sich offene Räume sehr viele schwieriger in der kalten Jahreszeit beheizen lassen.

Es sind die Nachteile, welche Ihnen in der Entscheidung bewusst sein müssen. Ist die Entscheidung für ein offenes Raumnutzungskonzept gefallen, wird sich diese nur schwer rückgängig machen lassen. Da offene Grundrisse oft mit dem entsprechend breiten Einsatz von Glaselementen verbunden sind, geben Sie viel des geschützten Raumes preis. Es ist daher durchaus sinnvoll, in der Außengestaltung etwas weiterzudenken und hier für Sichtschutz zu sorgen.

Welche Besonderheiten sind bei der Planung zu beachten?

Sie können sich für neue Ideen und innovative Konzepte rund um das Eigenheim begeistern? Mit dem offenen Grundriss entsteht ein Wohnkonzept, mit dem sich Wohnraum radikal neu denken und verändern lässt. Gerade in Bereichen, in denen es Ihnen auf Kommunikation, Offenheit und ein weites Raumgefühl ankommt, spielt dieses Konzept seine Stärken aus. Kommt es für jede Immobilie in Frage? Nein – offene Grundrisse müssen zu Ihnen passen.

Folgende Aspekte sind zu beachten:

Wie viel Offenheit funktioniert?

Entscheiden Sie sich für diese Form des Raumkonzepts, müssen Sie Wohnraum teilen. Was ohne Kinder kein größeres Problem wird, kann mit Nachwuchs durchaus Konfliktstoff in sich bergen.

Im Kleinkind- und Vorschulalter nehmen es Kinder mit Ordnung nicht so genau. Außerdem wird gern getobt. Eine offene Raumnutzung lädt dazu ein, sich überall auszubreiten und die komplette Etage zu einem Spielplatz werden zu lassen. Mit Kindern – darüber müssen Sie sich klar sein – verliert der offene Grundriss gelegentlich etwas Glanz.

Offene Grundrisse lassen sich jedoch durchaus individuell gestalten. So können Schiebetüren bei bedarf bestimmte Areale zeitweise abtrennen oder Sie arbeiten nicht mit einem komplett offenen Grundriss, sondern vereinen nur bestimmte Bereiche. Der Kreativität sind hier kaum grenzen gesetzt.

Wie lässt sich die Statik erreichen?

Ein zweiter wesentlicher Aspekt betrifft besondere Ansprüche an die Bauweise. Wände sind nicht einfach nur Raumteiler. Ein Teil der Innenwände hat für die Statik Relevanz. Insofern muss für den offenen Grundriss dieser Aspekt vollkommen neu gedacht werden. Bedeutet: Wollen Sie eine offene Raumnutzung im Eigenheim mit mehreren Etagen umsetzen, braucht es tragende Elemente. Hierfür kommen Schwerlastbalken zum Einsatz.

Noch einmal deutlich komplexer der Aufbau, wenn zusätzlich ein Loft-ähnlicher Charakter durch die Galerie entstehen soll. Wie bereits erklärt, müssen Sie hier für entsprechende Planungslösungen mehr Geld einplanen.

Fazit: Offene Grundrisse bringen frischen Wind ins Eigenheim

Moderne Konzepte und frische Ideen – Eigenheime werden zunehmend individueller. Ein Grundsatz, der nicht nur für Architektenhäuser gilt. Auch Fertigteilhäuser greifen diesen Trend auf. Das Ergebnis sind Wohnideen, die von offenen Grundrissen geprägt werden. Ein Verzicht auf die klassische Raumaufteilung mit Innenraumwänden bringt Vorteile mit sich. Beim Thema Tageslicht und dem repräsentativen Flair können nur wenige Raumnutzungskonzepte mithalten. Gleichzeitig entsteht Wohnraum, welcher beim Design zum Experimentieren einlädt.

Offene Grundrisse wirken wie der große Wurf, mit dem jeder Bauherr in den nächsten Jahren glücklich ist. Fakt ist: Diese Idee hat Potenzial und kann sich im Neubau durchaus für frischen Wind eignen. Aber: Nicht jeder Bauherr wird sich für dieses Konzept erwärmen und einen sehr weit ausladenden Grundriss in Erwägung ziehen. Für einige Immobilien ist dieser Ansatz zudem gänzlich ungeeignet – wie Denkmalschutz-Immobilien oder Gebäude aus dem Bestand. Hier fehlen einfach die baulichen Voraussetzungen, um offene Grundrisse zu realisieren.

Thomas Mücke

Thomas Mücke

Jahrgang 1975

Diplom Verwaltungswirt FH - Polizei

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Referenzen

  • 10 Jahre Kriminalpolizei im Dezernat Wirtschaftskriminalität
  • über 13 Jahre Erfahrung in der Kredit-Beratung
  • kennt persönlich die Geschäftsführer von Check24, Smava, Finanzcheck, Bon Kredit, Maxda und Creditolo

Lebenslauf

Während seines Studiums startete Thomas Mücke als Geschäftsführer eines Investmentclubs. Seit nunmehr 13 Jahren ist er in der onlinebasierten Kredit-Beratung tätig und hat tausenden von Lesern helfen können. Seit Gründung der TM Internetmarketing GmbH konnten sich über die kredit-zeit.de und weitere Kredit-Portale bereits über 5 Millionen Leser informieren. Über 100.000 Kunden konnte zudem zu einer Kreditanfrage verholfen werden.