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Fehlendes Einkommen wegen Corona-Krise: Mit 10 Spartipps schnell die Ausgaben senken

Die angespannte wirtschaftliche Lage in der Corona-Krise macht sich auch in vielen Haushalten bemerkbar: Wenn Jobs wegfallen oder Kurzarbeit angeordnet wird, reicht das Einkommen womöglich plötzlich nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken. Wir zeigen Ihnen 10 Tipps, mit denen Sie Ihre Ausgaben senken können – ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Tipp 1: Kosten für Kinderbetreuung zurückholen

Seit dem 16. März sind im gesamten Bundesgebiet die Kindertagesstätten geschlossen. Wegen der ausfallenden Betreuung haben einige Kommunen bereits reagiert: Haben Sie die Kita-Gebühren bereits bezahlt, bekommen Sie diese unter Umständen zurückerstattet. Auch die Möglichkeit, den weiteren Gebühreneinzug zu pausieren, räumen kommunale Träger von Kitas ein.

Ist Ihr Kind bei einem nicht-kommunalen Träger angemeldet, sollten Sie dort wegen einer möglichen Rückerstattung nachfragen und diese beantragen. Im Zweifelsfall überweisen Sie die Beiträge vorläufig unter dem Vorbehalt der Rückforderung.

Tipp 2: Ticket- und Fahrkostenpreise erstatten lassen

Für viele Pendler, die Ihre tägliche Arbeit ins Homeoffice verlegen können, kommen die Kostenersparnisse ganz automatisch. Vor allem Autofahrer dürften die wegfallenden Touren zum und vom Arbeitsplatz schnell bemerken.

Wer beim Pendeln allerdings mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hat die Ausgaben für Monats- oder Jahreskarten wahrscheinlich schon gehabt. Hinzu kommt, dass das Angebot für Bus und Bahn häufig noch eingeschränkt ist. Möglich ist unter solchen Umständen, den Kontakt zum jeweiligen Verkehrsbetrieb aufzunehmen und nach anteiligen Erstattungen oder einer Möglichkeit, Ihr Abonnement auszusetzen, zu fragen.

Die Lösungsansätze sind hierbei regional verschieden. Über die jeweiligen Webseiten erhalten Sie entweder Informationen hierzu oder zumindest die Kontaktdaten, um Ihren eigenen Fall direkt zu klären. Je nach Region und Anbieter müssen Sie sich allerdings darauf einstellen, dass die derzeitige Krisensituation trotzdem nicht als Grund für eine Abo-Pause oder eine Erstattung akzeptiert wird.

Wer seine Abo-Tickets für den ÖPNV wegen der Krise nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzen kann, sollte sich an den Verkehrsverbund wenden.
Wer seine Abo-Tickets für den ÖPNV wegen der Krise nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzen kann, sollte sich an den Verkehrsverbund wenden.

DB bietet Kulanzregelung für Tickets während der Corona-Krise

Die Bahn (DB) zeigt sich zumindest bei Zeitkarten-Abos für Fernzüge kulant. Für Abonnenten bieten sich dadurch zwei Möglichkeiten:

  • Alle Wochen- und Monatskarten, deren Gültigkeit erst nach dem 13. März 2020 beginnt, können kostenfrei storniert werden.
  • Nutzen Sie bereits ein Monatsticket, erhalten Sie eine anteilige Erstattung für jeden Tag. Diese beläuft sich auf 1/7 des Gesamtbetrags bei Wochenkarten und auf 1/30 des Gesamtbetrags bei Monatskarten.

Eine Voraussetzung für die Kulanzregelung besteht allerdings darin, dass Ihr Ticket zumindest teilweise den Zeitraum vom 13. März bis zum 30. April 2020 abdeckt.

Zusätzlich können Sie auch Reisetickets stornieren. Herkömmliche Tickets (auch Sparpreise) lassen sich hingegen flexibel bis zum 30. Juni 2020 nutzen, wenn diese bis einschließlich 13. März gekauft wurden und für Reisetage bis einschließlich 30. April 2020 gelten. Für Tickets mit Sparpreisen wird außerdem die Zugbindung aufgehoben.

Sollten Sie Ihre Reise nicht verschieben wollen, können Sie Ihr Ticket in einen Gutschein umwandeln lassen. Dieser gilt dann für drei Jahre.

Tipp 3: Versicherungen auf Sparpotenziale prüfen

Im Grunde ein Klassiker, um laufende Kosten zu sparen, der häufig aus Bequemlichkeit nicht genutzt wird. Vor dem Hintergrund von gekürzten Einkommen lohnt es sich aber umso mehr, die bestehenden Versicherungsverträge genauer zu überprüfen:

  • Welche Policen verschlingen einen hohen Beitrag?
  • Welche dieser Versicherungen sind aktuell entbehrlich?

Eventuell können Sie auf diesem Weg überflüssige Versicherungen dauerhaft loswerden. Ein gutes Beispiel stellt in diesem Zusammenhang die Kombination aus Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Police) dar.

Die Hauptleistungen der Unfallversicherung werden auch durch die BU-Police abgedeckt. So können Sie sich den Beitrag für die Unfallversicherung sparen.

Tipp 4: Entlastung bei den Steuerzahlungen

Die Finanzbehörden wurden von der Bundesregierung angewiesen, bei der Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuer mehr Kulanz zu zeigen. Dies äußert sich folgendermaßen:

Steuerstundungen

Für einen bestimmten Zeitraum sind Steuerstundungen beim Finanzamt möglich. Hierzu müssen Sie nur darlegen, dass Sie von der Corona-Krise unmittelbar betroffen sind. Es ist dabei jedoch nicht nötig, die genaue Höhe der entstandenen Schäden aufschlüsseln. Durch die Stundung der Steuerzahlung verschaffen Sie sich schnell zusätzlichen Spielraum, da eine große Ausgabe vorläufig wegfällt.

Anpassungen der Steuervorauszahlungen

Zusätzlich wird auch die Anpassung von Steuervorauszahlungen erleichtert. Wenn absehbar ist, dass Sie 2020 deutlich geringere Einnahmen aufweisen als in den Vorjahren, können Sie Ihre Vorauszahlungen zur Einkommensteuer und zur Körperschaftssteuer deutlich absenken.

Umgang mit fälligen Steuerzahlungen
Umgang mit fälligen Steuerzahlungen

Zusätzlich senken die zuständigen Behörden auch den Messbetrag für Ihre Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hierfür müssen Sie lediglich bei Ihrem Finanzamt einen entsprechenden Antrag stellen. Geringere Vorauszahlungen wirken ebenfalls sehr schnell, da diese oft vierteljährlich oder sogar monatlich fällig sind.

Vor allem Selbstständige und Freiberufler profitieren von diesen Regelungen – eine große Erleichterung, denn diese sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie meist am stärksten betroffen, nicht zuletzt weil Aufträge derzeit ausbleiben.

Tipp 5: Haushaltsbuch führen

Wie hoch die Fixkosten für Miete, Strom etc. jeden Monat liegen, wissen die meisten Menschen zumindest ungefähr. Aber wie sieht es mit den sonstigen Ausgaben aus, die über den Monat verteilt zusammenkommen? Hier fehlt häufig der Überblick, wie viel Geld wofür ausgegeben wird.

Hier setzt das Haushaltsbuch an: Einnahmen und Ausgaben – und zwar alle, von der Miete bis zum Eisbecher zwischendurch – lassen sich damit leicht erfassen und gegenüberstellen. Denkbar wäre sogar, die Ausgaben-Seite nach groben Kategorien zu ordnen. Aber auch ohne diese Zuordnung gewinnen Sie sehr schnell einen Eindruck davon, wo Ihr Geld im Laufe des Monats hinfließt.

Wichtig dabei: Seien Sie ehrlich und tragen Sie jeden noch so kleinen Betrag ein. So haben Sie wahrscheinlich schon nach dem ersten Monat einige finanzielle Stellschrauben, an denen Sie in Zukunft drehen können – für mehr Spielraum in Ihrem Monats-Budget.

In welcher Form Sie Ihr Haushaltsbuch am Ende führen, ist ganz Ihnen überlassen. Die Möglichkeiten reichen jedenfalls von der klassischen Papierform über Excel-Tabellen bis hin zu Apps und Browser-Tools. Hauptsache, Sie bewahren den Überblick über Ihre Ausgaben.

Tipp 6: Energiekosten senken

Der monatliche Abschlag für den Stromanbieter kann sich gerade bei Einkommenseinbußen zu einem echten Kostenpunkt entwickeln. Ein Anbieterwechsel hilft Ihnen unter Umständen dabei, die Ausgaben in diesem Bereich deutlich abzusenken.

Dies gilt umso mehr, wenn Sie noch beim Grundversorger in Ihrer Region sind. Grundsätzlich treten bei einem Anbieterwechsel dann zwei Spareffekte auf:

Geringere Gesamtkosten

Die Gesamtkosten für einen Stromvertrag setzen sich aus Grundpreis und Verbrauchspreis pro Kilowattstunde zusammen. Gerade die besonders günstigen Anbieter liegen hier im Preis oft deutlich niedriger und sorgen so für eine Einsparung.

Neukunden- und Sofortbonus

Viele Stromanbieterwechsel locken Neukunden heutzutage mit verschiedenen Bonus-Angeboten. Der Wechsel allein macht Einsparungen in einem dreistelligen Bereich möglich, dazu kommen die Boni: Während der Neukundenbonus erst nach einem Jahr ausgezahlt wird, erhalten Sie den Sofortbonus oft schon nach 90 Tagen.

Vorsicht vor günstigen Strom Angeboten
Vorsicht vor günstigen Strom Angeboten

Tipp 7: Abonnements kündigen

Der Streaming-Dienst für gemütliche Couch-Abende, die Mitgliedschaft im Fitness-Studio als Ausgleich für zu viele Couch-Abende, dazu Zeitschriften, Musik-Streams und so weiter. Viele Dienstleistungen kommen heutzutage nur noch in Abo-Form zum Kunden.

Damit verhält es sich in der Regel wie mit den Stromanbietern: Ein neues Abo ist erst einmal recht günstig, bleibt es auf Dauer aber nur, wenn Sie es auch nutzen. Das ist nicht nur bei dem Abo für das Fitness-Studio häufig ein Problem. Besonders schwierig: Verpassen Sie den richtigen Zeitpunkt, um zu kündigen, zahlen Sie einfach immer weiter für einen Dienst, der für Sie vielleicht schon uninteressant geworden ist.

Überlegen Sie daher genau, auf welche Abos Sie derzeit verzichten können und kündigen Sie diese zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Als Alternative bieten unter anderem viele Zeitungen und Magazine seit dem Beginn der Corona-Krise Gratis-Abonnements an.

Tipp 8: Kredite vorläufig stunden

Seit dem 1. April 2020 gelten spezielle Schutzregelungen für Verbraucherdarlehensverträge. Die Bank darf Ihren laufenden Kredit nicht kündigen, selbst wenn Sie die Raten aufgrund der Corona-Krise aktuell nicht bezahlen können.

Umgekehrt können Sie die Rückzahlungen derzeit vergleichsweise einfach stunden lassen. Da Kreditraten in den meisten Fällen mindestens einen dreistelligen Monatsbetrag ausmachen, bedeutet die Stundung eine erhebliche Entlastung – nicht zuletzt auch deshalb, weil Zinsen und Tilgung eingeschlossen sind.

Für eine solche Stundung müssen aber einige Bedingungen erfüllt werden:

  • Sie gilt nur für Kredite, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden.
  • Sie gilt aktuell nur für Kreditraten vom 1. April bis zum 30. Juni 2020.
  • Sie gilt nur bei einem Nachweis, dass die Zahlungsschwierigkeiten durch die Corona-Krise entstanden sind.

Ihr gestundeter Kredit wird in den meisten Fällen einfach um den Zeitraum der Pause verlängert. Sie müssen hier also keinerlei spätere Zusatzbelastung durch doppelte Raten mit einplanen.

Mit der richtigen Planung können Sie bei jedem Wocheneinkauf sparen – ohne Verzicht.
Mit der richtigen Planung können Sie bei jedem Wocheneinkauf sparen – ohne Verzicht.

Tipp 9: Bewusster einkaufen

Bewussteres Einkaufen hilft in Verbindung mit einem Haushaltsbuch dabei, die Kosten für die regelmäßige Lebenshaltung zu senken. In vielen Fällen müssen Sie dafür nicht einmal auf viel verzichten – wenn überhaupt. Sie müssen nicht einmal sonderlich viel ändern:

Anzahl der Einkäufe reduzieren

Ein Wocheneinkauf fällt im Normalfall günstiger aus als kleine, tägliche Einkäufe. Das liegt unter anderem daran, dass Sie sehr viel weniger Gelegenheit für Spontan- oder Frustkäufe haben.

Vorher eine Einkaufsliste anfertigen

Wichtigste Voraussetzung für einen gelungenen Wocheneinkauf ist allerdings ein Mindestmaß an Vorausschau – planen Sie genau, was Sie in der jeweiligen Woche brauchen und kochen wollen und kaufen Sie nur die dazu notwendigen Artikel.

Das funktioniert am besten mit einer Einkaufsliste. An diese sollten Sie sich aber auch halten. Bei jedem Ausflug in den Supermarkt ist das Risiko von Impulskäufen gegeben. Die Einkaufsliste bewahrt Sie in solchen Fällen vor unnötigen Griffen in die Regale. Die Belohnung dafür, der Versuchung zu widerstehen, werden Sie spätestens am Ende des Monats bei der Abrechnung erhalten.

Tipp 10: Ausmisten und verkaufen

Hierbei handelt es sich weniger um einen Spar-Tipp, als vielmehr um eine Möglichkeit, kurzfristig eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Dabei können Sie gleichzeitig wieder mehr Platz in Ihren vier Wänden schaffen – indem Sie alles ausmisten, was Sie nicht mehr benötigen oder nutzen.

Sicher werden Sie einige Dinge finden, die sich auf den einschlägigen Online-Plattformen noch zu Geld machen lassen. Mit einem guten Foto und einer realistischen Preisvorstellung dürfte ein Verkauf unproblematisch sein. Vergessen Sie bei solchen privaten Verkäufen aber nicht, die Gewährleistung auszuschließen.

Sparen Sie an den richtigen Stellen

Wenn das Haushalts-Budget durch die Corona-Krise eingeschränkt wird, lohnt es sich umso mehr, die Augen nach Einsparmöglichkeiten offen zu halten. Mit unseren Tipps bieten wir Ihnen einige Anregungen, wo Sie zum Teil viel Geld einsparen können, ohne auf etwas zu verzichten.

In nahezu jedem Bereich des täglichen Lebens lassen sich solche Möglichkeiten finden. So fällt ein vorübergehender finanzieller Engpass sehr viel weniger ins Gewicht. Nutzen Sie also vorhandene Einsparpotenziale und entlasten Sie Ihren Geldbeutel – auch langfristig, wenn die Krise überstanden ist.

Thomas Mücke

Thomas Mücke

Jahrgang 1975

Diplom Verwaltungswirt FH - Polizei

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Referenzen

  • 10 Jahre Kriminalpolizei im Dezernat Wirtschaftskriminalität
  • über 13 Jahre Erfahrung in der Kredit-Beratung
  • kennt persönlich die Geschäftsführer von Check24 Kredit, Smava, Finanzcheck, Bon Kredit, Maxda und Creditolo

Lebenslauf

Während seines Studiums startete Thomas Mücke als Geschäftsführer eines Investmentclubs. Seit nunmehr 13 Jahren ist er in der onlinebasierten Kredit-Beratung tätig und hat tausenden von Lesern helfen können. Seit Gründung der TM Internetmarketing GmbH konnten sich über die kredit-zeit.de und weitere Kredit-Portale bereits über 5 Millionen Leser informieren. Über 100.000 Kunden konnte zudem zu einer Kreditanfrage verholfen werden.